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Weiße Gehörnte Heidschnucke: |
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Es gibt drei Heidschnuckenrassen: die Graue Gehörte Heidschnucke, die Weiße Gehörnte Heidschnucke und die Weiße Hornlose Heidschnucke. Alle drei sind Landschafrassen. Rassebeschreibung Die Weiße Gehörnte Heidschnucke hat ein weißes, mischwolliges Vlies ohne Abzeichen. Sie ist klein; die Muttern haben eine Widerristhöhe von 50 cm, die Böcke bis 60 cm. Entsprechend ist ihr Gewicht: Muttern 45 - 50 kg, Böcke bis 75 kg. Beide Geschlechter sind gehörnt. Die Böcke tragen schneckenförmige Hörner, bei den weiblichen Tieren sind sie nach hinten gebogen. Der Kopf ist fein und lang und hat eine keilartige Form. Die kleinen Ohren sind schräg nach oben gerichtet. Der Rumpf ist tief mit gut gewölbten Rippen. Die Heidschnucken haben ein feines, trockenes Fundament, stehen auf eher zierlichen Beinen. Die Klauen sind ausgeprochen hart, was ihnen eine hervorragende Marschfestigkeit verleiht. Tägliche Wegstrecken von mehreren Kilometern verkraften sie gut. Das Vlies hat eine Feinheit von 38 - 39 Mikron, bei einer Wollqualität von DE - E oder EE. Das Oberhaar ist äußerst grob, während das Unterhaar aus feinem, weichen Haar besteht. Im späten Frühjahr stößt die Heidschnucke ihre Wolle ab. Aufgrund ihrer eher groben Beschaffenheit eignet sich die Wolle zum Anfertigen von groben Wollstoffen. Der jährliche Wollertrag liegt um 1,8 kg bei den Muttern und bis 3,5 kg bei den Böcken. Heidschnucken sind saisonal brünstig. Im Oktober ist die Bockzeit. Eine Erstzulassung sollte erst mit 18 Monaten erfolgen; Heidschnucken sind spätreif. Die Lammungen erfolgen problemlos. Die Muttern weisen ausgesprochen gute Muttereigenschaften auf. Es wird ein Lamm pro Jahr geboren. Bei geringen Ansprüchen an die Futterqualität ist diese Ernährungsgrundlage ausreichend, um ein Lamm aufzuziehen. Heidschnucken sind ausgesprochen genügsam. Die Weiße Gehörnte Heidschnucke stellt etwas höhere Ansprüche an die Futterqualität als die Graue Gehörnte Heidschnucke. Die Fleischqualität ist hervorragend. Der Geschmack des Fleisches ist wildbretartig, bei ausgesprochener Zartheit, mit kurzen Fleischfasern. Rücken und Keule sind die wertvollsten Fleischpartien. Zuchtgeschichte Die Weiße Gehörnte Heidschnucke ist vermutlich aus der Grauen Gehörnten Heidschnucke hervorgegangen. Sie wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts als eigene Rasse gezüchtet. Ohne Fremdbluteinkreuzungen konnte weitergezüchtet werden, so daß sie als urwüchsige Rasse erhalten blieb. Heute ist die Population klein, und es treten Zuchtfehler auf. Es gibt Tiere mit Fehlbildungen in der Hornform. Als Ursache wird Inzuchtdepression vermutet. Durch die geringe Populationsgröße sind nur wenige Linien erhalten. Die Kreuzung mit fremden Linien hat sich demzufolge schnell erschöpft. Die Population umfaßt heute etwa 1000 Muttertiere. Die Zahl ist eher rückläufig. Haltung Heidschnucken eignen sich besonders zur Hütehaltung. Bei der Koppelhaltung ist die Futterqualität meist zu reichhaltig, so daß die Fruchtbarkeit erhöht wird und Probleme mit der eigentlich guten Muttereigenschaft auftreten können. Auch die Klauen werden bei zu üppigem Futter weicher. Aufgrund ihres geringen Gewichts ist sie geeignet in nassen, sumpfigen Gelände zu weiden, ohne einzusinken. Sie ist ausgesprochen lebhaft. Sprünge über Gräben oder ähnliches stellen kein Problem für sie dar. Gefährdungsgrad: Kategorie I (extrem gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. (c) www.g-e-h.de |
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